PFAS im Trinkwasser sind längst kein Randthema mehr: Bis 2026 führen strengere Grenzwerte und eine dichtere Überwachung dazu, dass Versorger und Industrieanlagen ihre Aufbereitungssysteme nachrüsten müssen – nachvollziehbar, messbar und rechtlich belastbar. Die Herausforderung besteht nicht nur darin, PFAS aus dem Wasser zu entfernen, sondern auch im Umgang mit den Folgeprodukten, denn Adsorption und Ionenaustausch konzentrieren PFAS in Medien, Regenerationslösungen oder Abfallströmen. Dieser Beitrag konzentriert sich auf den nächsten Entwicklungsschritt: leistungsfähigere Sorbentien, höhere Selektivität für schwer abtrennbare Verbindungen und realistische Regenerationsansätze zur Abfallminimierung.
In der EU verpflichtet die novellierte Trinkwasserrichtlinie die Mitgliedstaaten, ab dem 12. Januar 2026 festgelegte PFAS-Parameterwerte einzuhalten. Damit wird eine regelmäßige Überwachung ebenso erforderlich wie eine klar definierte Reaktionsstrategie bei Grenzwertüberschreitungen. Aufbereitungsanlagen müssen dauerhaft stabil arbeiten und auch schwankende Rohwasserqualitäten zuverlässig abdecken.
In den USA legt die EPA seit April 2024 verbindliche Grenzwerte für einzelne PFAS sowie einen Hazard Index für Stoffgemische fest. Obwohl Anpassungen der Umsetzungsfristen diskutiert werden, planen viele Betreiber 2026 bereits mit den strengeren Vorgaben, um regulatorische Risiken zu minimieren.
Ein zentraler Punkt moderner Auslegung ist die Langzeitstabilität. Viele Systeme erreichen anfangs sehr niedrige PFAS-Werte, verlieren aber mit zunehmender Beladung an Leistung. Deshalb basieren aktuelle Konzepte auf Pilotversuchen, konservativen Standzeiten und einer kontinuierlichen Überwachung der Durchbruchskurven.
Grenzwerte im einstelligen Nanogramm-Bereich erfordern mehr als eine gute durchschnittliche Abscheidung. Besonders kurzkettige PFAS stellen hohe Anforderungen an die Selektivität der eingesetzten Medien. Häufig werden daher Adsorber oder Ionentauscher mit vorgeschalteter Aufbereitung kombiniert, um konkurrierende organische Stoffe zu reduzieren.
Auch das Monitoring verändert sich: Neben Roh- und Reinwasser werden Zwischenstufen überwacht, um frühzeitig Durchbrüche zu erkennen und den Betrieb der Lead-Lag-Systeme zu optimieren.
Nicht zuletzt rückt die Entsorgung in den Fokus. Ein Verfahren gilt heute nur dann als vollständig, wenn klar geregelt ist, wie mit beladenen Medien oder Regeneraten umgegangen wird.
Granulierte Aktivkohle ist weiterhin weit verbreitet, da sie skalierbar und betrieblich erprobt ist. Ihre Stärken liegen vor allem bei langkettigen PFAS, während hohe Gehalte an natürlicher organischer Substanz die Standzeit deutlich verkürzen können.
Anionenaustauscher, insbesondere PFAS-selektive Harze, zeigen häufig bessere Leistungen bei kurzkettigen Verbindungen. Der Unterschied liegt weniger in der Wirksamkeit als in der Betriebsstrategie: Einwegmedien stehen regenerierbaren Harzen gegenüber, was Kosten, Logistik und Umweltbilanz beeinflusst.
Die praxisnahe Auswahl orientiert sich daher zunehmend an Wirkmechanismen statt an Produktnamen. Pilotversuche mit realem Wasser gelten 2026 als Standard für belastbare Entscheidungen.
Neue Materialklassen adressieren typische Schwächen konventioneller Medien: langsamen Stofftransport, begrenzte Aufnahme kurzkettiger PFAS und aufwendige Entsorgung. Modifizierte Kohlen, polymere Sorbentien und mineralische Materialien werden gezielt weiterentwickelt.
Beispiele sind geschichtete Doppelhydroxide, die PFAS elektrostatisch binden und kurze Kontaktzeiten ermöglichen. Der Vorteil liegt weniger in spektakulären Abscheidegraden als in kompakteren Anlagenkonzepten.
Entscheidend bleibt jedoch die Übertragbarkeit in reale Anwendungen. Glaubwürdige Lösungen zeichnen sich durch unabhängige Praxistests, transparente Leistungsgrenzen und klar definierte Regenerations- oder Entsorgungswege aus.

Die Regeneration entscheidet über die Nachhaltigkeit der PFAS-Aufbereitung. Bei Aktivkohle ist die thermische Reaktivierung etabliert, steht jedoch bei PFAS unter besonderer Beobachtung, da eine vollständige Zerstörung der Verbindungen sichergestellt werden muss.
Ionentauscher werden häufig mit Salz- oder Lösungsmittelregeneration betrieben, wodurch PFAS in konzentrierter Form anfallen. Diese Strategie ist nur sinnvoll, wenn für das Regenerat eine sichere Weiterbehandlung existiert.
Im Jahr 2026 gilt daher: Adsorption ist ein Trennschritt, keine endgültige Lösung. Ohne ein tragfähiges Konzept für den konzentrierten PFAS-Strom bleibt das Problem lediglich verlagert.
Hochtemperaturverfahren werden weiterhin eingesetzt, da fluorierte Verbindungen schwer abzubauen sind. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Emissionskontrolle und Prozessüberwachung.
Alternative Verfahren wie elektrochemische Oxidation oder Plasmatechnologien gewinnen an Bedeutung, insbesondere für die Vor-Ort-Behandlung von Regenerationslösungen. Ihre Praxistauglichkeit hängt von Energiebedarf, Matrixeffekten und Nachweisbarkeit der Zerstörung ab.
In vielen Fällen setzen Betreiber auf hybride Konzepte: zuverlässige Abscheidung, gezielte Regeneration und eine kontrollierte Endbehandlung. Dieser Ansatz entspricht dem Stand der PFAS-Praxis im Jahr 2026.
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